| Wenn Wodan durch den Himmel donnert - die rauen Nächte |
| Geschrieben von Sandra Arias | |
| Dienstag, 11. Dezember 2007 | |
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Jedes Jahr dieselbe Frage: Zieht man Raunachtskarten oder nicht? Wie genau können diese Karten eine Tendenz für die folgenden Monate anzeigen? Ist es ein Ritual oder einfach eine Spielerei? Unter den Raunächten, auch Zwölfte oder Glöckeltage genannt, versteht man die Zeit zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar. Sie beginnt am Christtag, also in der Nacht vom 24. auf den 25.12. und endet in der Nacht vom 5. auf den 6.1., dem Perchttag. Sie stehen für die sechs letzten Tage des alten- und die sechs ersten Tage im neuen Jahr. In gewissen Regionen beginnen die Raunächte bereits am 21.12., dem Thomastag. Seinen Ursprung fand der Brauch vermutlich im Mondkalender. Die zwölf Mondmonate umfassen nur 354 Tage, somit wurden die fehlenden elf Tage und ihre zwölf Nächte eingeschoben. Sie wurden auch als tote Tage bezeichnet, weil sie „ausserhalb der Zeit“ stattfanden. Mit der Annahme, dass an solchen Tagen die üblichen Grenzen zu anderen Welten fallen würden, weil die normalen Gesetze der Natur sozusagen ausser Kraft gesetzt seien, wurde Boden für die verschiedensten Bräuche und Rituale geboten. Die Arbeit durfte an den Tagen etwas mehr ruhen und man kümmerte sich um Familie und Vieh. Das Wort Raunacht leitet sich von „rau“, das haarig oder behaart bedeutet, ab. Später folgte die Bezeichnung Rauchnacht, weil zu den Zwölften oftmals geräuchert wurde. Man glaubte, dass Wodan zusammen mit Frau Holle, auch Perchta genannt, mit den Toten zur Wilden Jagd aufbrach. Nach altem Volksglauben war während der Raunähte das Geisterreich offen und die Seelen der Verstorbenen und die Geister hatten Ausgang. Man glaubte, dass sich Menschen, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatte in Werwölfe verwandeln würden und so Vieh und Mensch bedrohten. Dagegen setzte man den Lärm der Silvesternacht, um diese Unholde fernzuhalten und legte für Wodans Pferde Heubüschel vor die Tür, um sie friedlich zu stimmen. Haare und Fingernägel durften nicht geschnitten werden, da man sonst mit Kopfschmerzen oder Rheuma in den Händen rechnen musste. Im Haus durfte keine Wäsche aufgehängt werden, weil dies das wilde Heer anziehen würde.
Klar, dass sich das Orakeln zu dieser Zeit besonders anbot. Um die Zukunft vorauszusagen ging man um Mitternacht schweigend zu einer Wegkreuzung oder einen magischen Ort und „loste“, also lauschte auf Zeichen, die das Wetter oder Ereignisse voraussagen konnten, daraus entstand der Begriff der Losnächte. Auch sollten die zwölf Tage das Wetter der folgenden zwölf Monate anzeigen. Auch mit dem Tarot (und allen anderen Orakelkarten) lassen sich die Raunächte in spielerischer Weise begegnen. Nehmen Sie sich ab der Nacht des 25.12 jeden Abend Zeit. Zünden Sie eine Kerze an und denken Sie an den Monat, der für diese Nacht steht. Ziehen Sie aus Ihrem Lieblingsdeck eine Karte und schreiben sie sich auf. Wer möchte, kann aus einem anderen Deck noch eine zusätzliche Karte als „hilfreichen Impuls“ ziehen. Notieren Sie sich auch diese. Am nächsten Abend ziehen Sie aus dem wieder vollständigen Deck die Karte(n) für den nächsten Monat, bis Sie zwölf Karten zusammen haben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass grad die Karten für die ersten Monate recht stimmig erscheinen. Je weiter man ins Jahr geht und umso mehr Begegnungen und Situationen das Leben uns bringt, die Karten oftmals nicht mehr ganz so einfach nachvollziehbar sind. Die Raunachtskarten sind für mich also mehr Ritual als eine ernsthafte Angelegenheit, jedoch ist es spannend zu sehen, was für ein Grundgefühl ich in Bezug aufs nächste Jahr mitnehme. Ihnen allen wünsche ich eine schöne Adventszeit und freudige Karten für das Jahr 2008. Sandra Arias www.sonnenzeichen.ch |














